Berlin, 19. Januar 2024. Christian Shukow (AWO Bundesverband e. V.) spricht seit Jahresbeginn 2024 für den Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit. Der bisherige Sprecher Tom Urig (Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit) wechselt im Sprecher*innen-Team an die Stelle des Stellvertreters. Beide bringen die Positionen und fachlichen Einschätzungen der Jugendsozialarbeit in politische und gesellschaftliche Prozesse ein und vertreten anwaltschaftlich Interessen junger Menschen in schwierigen Lagen.
Im Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit haben sich die Arbeiterwohlfahrt (AWO), die Bundesarbeitsgemeinschaften Evangelische Jugendsozialarbeit (BAG EJSA) und Katholische Jugendsozialarbeit (BAG KJS), die Bundesarbeitsgemeinschaft örtlich regionaler Träger der Jugendsozialarbeit (BAG ÖRT), der Paritätische Gesamtverband (DER PARITÄTISCHE) und der Internationale Bund (IB) zusammengeschlossen. Gemeinsam treten sie für die Teilhabe junger Menschen ein.
Die Jugendsozialarbeit als Arbeitsfeld mit Schnittstellen in alle Lebensbereiche junger Menschen in schwierigen Lebenslagen sieht mehrere Herausforderungen und offene Fragen, die für junge Menschen und die gesamte Gesellschaft beantwortet werden müssen: in der Bildungspolitik, in Ausbildung und Beruf, in der Demokratiebildung und bei der Bekämpfung von Armut.
„Als Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit sehen wir unsere Aufgabe darin, den jungen Menschen zuzuhören und ihnen eine Stimme zu geben. Vor allem jenen, die – durch die Pandemie noch verstärkt – von Benachteiligung, Diskriminierung oder sogar Exklusion betroffen sind. Wir stehen dafür, Teilhabe für alle zu ermöglichen und zu fordern. Wir verstehen uns als starker Partner für die Politik, um den Weg zu einem gerechteren Zusammenleben in Deutschland zu gestalten. Es gilt, die Chancen dieser jungen Menschen auf gesellschaftliche und auch digitale Teilhabe zu verbessern. Wir werden unsere Expertise für eine verlässliche Begleitung an den Übergangen des Bildungssystems und die notwendige Digitalisierung der Jugendsozialarbeit einbringen”, sagt Christian Shukow als Sprecher des Kooperationsverbundes.
Bildungspolitisch steht die Gesellschaft an einem Wendepunkt: Die Einführung des Startchancen-Programms ist ein wichtiger Schritt. Außerdem ist es zentral, junge Menschen auf die Anforderungen einer sich stetig wandelnden Arbeitswelt vorzubereiten. „Viel zu viele junge Menschen sind durch ihre soziale Lage im Bildungssystem benachteiligt. Jeder fünfte junge Mensch wächst in Armut auf oder ist mit seiner Familie von Armut bedroht. Wir brauchen Antworten in vielen Politikfeldern, über die Bildungs- und Sozialpolitik hinaus“, sagt Tom Urig als stellvertretender Sprecher.
Die Regierungskoalition aus SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP hat am Anfang ihrer Regierungszeit Wege vorgezeichnet und in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart. Es ist überfällig, die Umsetzung der angekündigten Maßnahmen zu beginnen. Der Kooperationsverbund wird dies konstruktiv begleiten.
Der Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit startet mit einem konkreten Angebot zur Gestaltung des Startchancen-Programms an Bund und Länder. Er berät die Bundespolitik weiter bei Bundesprogrammen wie die den Respekt Coaches für ein demokratisches und gutes Miteinander sowie bei den oder Mental Health Coaches für mehr Resilienz in Krisen. „Für diese Aufgabe braucht es vorhandene und bewährte Strukturen sowie die hohen fachlichen Standards der Jugendsozialarbeit in Trägerschaft der Kinder- und Jugendhilfe”, betont Christian Shukow.
Ein wichtiger Schwerpunkt der nächsten Zeit wird die Begleitung der Umsetzung der Kindergrundsicherung und dabei insbesondere deren unmittelbaren Folgen für junge Menschen am Übergang von der Schule in eine Ausbildung sein. Aus Sicht des Kooperationsverbundes ist sie eine zentrale Grundlage für Teilhabe aller jungen Menschen und damit ein notwendiges Instrument zur Verbesserung der Lebenslagen vieler junger Menschen. |